
Herkunft Otterhund
Der Otterhund bzw. Otterhound ist für die Jagd auf den Fischotter gezüchtet worden. Er hat mit der Meute gejagt und wurde im 19. Jahrhundert gebraucht, denn heute steht der Fischotter unter Naturschutz. Zu seine Vorfahren zählen der Bloodhound und französische Griffons.
Der Rassestandard ist erst im Jahr 1979 festgelegt worden und weil der Hund seine Bedeutung verloren hat, nehmen die Bestände ab. Er wird von der FCI unter der Nr. 294 als eigenständige Rasse anerkannt.
Von welchen Krankheiten ist der Otterhund häufiger betroffen als andere Hunderassen?
Der Otterhund ist eine seltene und robuste Hunderasse, die jedoch eine genetische Veranlagung für einige gesundheitliche Probleme hat. Durch verantwortungsvolle Zucht können viele dieser Erkrankungen reduziert werden, dennoch treten einige bei dieser Rasse häufiger auf:
- Hüftdysplasie (HD)
- Eine Fehlbildung des Hüftgelenks, die zu Schmerzen, Lahmheit und Arthrose führen kann.
- Besonders betroffen sind große und schwere Hunde wie der Otterhound.
- Regelmäßige Bewegung ohne Überlastung und eine gesunde Ernährung helfen, das Risiko zu minimieren.
- Ellbogendysplasie (ED)
- Eine genetisch bedingte Fehlentwicklung des Ellbogengelenks, die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursacht.
- Symptome treten oft bereits im jungen Alter auf und können durch Überlastung verschlimmert werden.
- Magen-Darm-Probleme & Magendrehung
- Aufgrund seines tiefen Brustkorbs ist der Otterhound anfällig für eine lebensbedrohliche Magendrehung.
- Das Risiko kann durch kleinere, über den Tag verteilte Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen reduziert werden.
- Erbliche Epilepsie
- Manche Otterhounds neigen zu idiopathischer Epilepsie, die zu wiederkehrenden Krampfanfällen führt.
- Die Erkrankung ist nicht heilbar, kann aber mit Medikamenten gut kontrolliert werden.
- Blutgerinnungsstörungen (Glanzmann-Thrombasthenie)
- Eine seltene, erbliche Blutkrankheit, die eine gestörte Blutgerinnung verursacht.
- Betroffene Hunde können starke Blutungen nach Verletzungen oder Operationen haben.
- Seriöse Züchter testen ihre Hunde auf diese Erkrankung, um das Risiko zu minimieren.
Gesundheitsvorsorge
Ein gesunder Otterhound kann 10–13 Jahre alt werden. Regelmäßige Tierarztbesuche, eine ausgewogene Ernährung, kontrollierte Bewegung und Gesundheitschecks helfen, das Risiko für diese Erkrankungen zu senken.
Größe
Der Rüde erreicht eine Größe von 69 cm und die Hündin wird etwa 61 cm groß bei einem Gewicht von 41 – 50 kg (Rüde) bzw. 29 – 41 kg (Hündin)
Aussehen
Er hat ein dichtes, hartes, raues und undurchlässiges leicht öliges Deckhaar von 4 bis 8 cm Länge. Auch die Unterwolle ist leicht ölig. Das Fell kommt in den Farben grau, sandfarben, weizenfarben und rot vor. Er kann auch einfarbig sein, wobei weiße Abzeichen am Kopf, der Brust, den Läufen und der Rutenspitze möglich sind. Er hat lang herabhängende Hängeohren.
Otterhound Charakter & Wesen
Von der Natur her ist er ein Jagdhund mit einer sehr guten Spürnase. Er ist etwas eigensinnig und bedarf einer gute und konsequente Erziehung. Er ist verträglich und kinderfreundlich und braucht aber immer genügend Auslauf und Beschäftigung.
Ist der Otterhund ein guter Familienhund?
Der Otterhund kann ein guter Familienhund sein, wenn seine Bedürfnisse als aktiver Jagdhund erfüllt werden. Er ist freundlich, verspielt und menschenbezogen, jedoch auch unabhängig und manchmal eigensinnig. Aufgrund seiner Größe und Energie eignet er sich besser für Familien mit ausreichend Platz und Erfahrung im Umgang mit großen Hunden.
Er kommt in der Regel gut mit Kindern und anderen Hunden aus, benötigt aber eine konsequente Erziehung. Sein ausgeprägter Jagd- und Spürtrieb kann das Training herausfordernd machen, insbesondere beim Rückruf. Mit ausreichend Bewegung, Beschäftigung und Sozialisation ist der Otterhound ein treuer und liebevoller Begleiter.
Haaren Otterhunds?
Ja, Otterhunds haaren mäßig bis stark, insbesondere während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst. Ihr dichtes, raues Fell mit wasserabweisender Unterwolle erfordert regelmäßige Pflege, um Verfilzungen zu vermeiden. Wöchentliches Bürsten hilft, lose Haare zu entfernen und die Haut gesund zu halten.
Trotz des Haarens gilt der Otterhund als relativ pflegeleicht, da sein Fell nicht schnell verschmutzt oder unangenehm riecht. Baden sollte nur bei Bedarf erfolgen, da häufiges Waschen die natürlichen Öle des Fells entfernt.
Wie viel Bewegung benötigt ein Otterhund?
Der Otterhund ist ein sehr aktiver Hund, der täglich mindestens zwei Stunden Bewegung benötigt. Ursprünglich für die Otterjagd gezüchtet, hat er eine große Ausdauer und liebt ausgedehnte Spaziergänge, Schwimmen und Nasenarbeit. Hundesportarten wie Mantrailing oder Fährtensuche sind ideal, um ihn geistig und körperlich auszulasten. Ein Otterhound braucht Platz und eignet sich nicht für eine Haltung in einer kleinen Wohnung. Ohne genügend Bewegung und Beschäftigung kann er unruhig oder destruktiv werden.
Otterhound Krankenversicherung
Im Vergleich zu anderen Hunderassen besteht – wie bei vielen großen Hunden – ein größeres Risiko Gelenkerkrankungen oder eine Magendrehung zu erleiden, die durch einen Tierarzt behandelt oder in einer Klinik operativ korrigiert werden müssen.
Eine Hunde-Krankenversicherung kann helfen, unerwartete Tierarztkosten zu decken. Sie übernimmt je nach Tarif Behandlungen, Operationen und Medikamente.