Was ist Polymyositis?
Polymyositis ist eine entzündliche Muskelerkrankung, die bei Hunden durch eine Fehlreaktion des Immunsystems ausgelöst wird. Dabei greift das Immunsystem die Muskulatur an und führt zu einer fortschreitenden Muskelentzündung. Die genaue Ursache ist oft unklar, kann aber mit Autoimmunerkrankungen, Infektionen oder genetischer Veranlagung zusammenhängen. Besonders betroffen sind bestimmte Rassen wie Kooikerhondje, Boxer, Neufundländer und Collies. Die Erkrankung kann schubweise verlaufen und unbehandelt zu schwerwiegenden Bewegungseinschränkungen führen.
Welche Symptome zeigen Hunde bei Polymyositis?
Die Symptome der Polymyositis treten schleichend auf und verschlechtern sich mit der Zeit. Betroffene Hunde zeigen häufig Muskelschwäche, steifen Gang, Zittern oder schnelle Ermüdung beim Laufen. Besonders auffällig ist eine Schluckstörung (Dysphagie), die dazu führt, dass Futter schwer aufgenommen oder heruntergeschluckt werden kann. Auch Muskelatrophie (Muskelschwund), Fieber und Schmerzen in der betroffenen Muskulatur sind häufige Anzeichen. In schweren Fällen kann es zu Atemproblemen kommen, wenn die Atemmuskulatur betroffen ist.
Ist Polymyositis ansteckend?
Nein, Polymyositis ist nicht ansteckend, da es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt. Die Entzündung der Muskulatur wird nicht durch Bakterien oder Viren verursacht, sondern durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Andere Hunde oder Menschen im gleichen Haushalt können sich daher nicht anstecken. In manchen Fällen kann eine Polymyositis jedoch durch Infektionen oder Tumorerkrankungen ausgelöst werden, was eine genaue Diagnose durch den Tierarzt erforderlich macht.
Was tun bei Polymyositis beim Hund?
Die Behandlung der Polymyositis erfolgt meist mit entzündungshemmenden Medikamenten wie Kortikosteroiden oder anderen Immunsuppressiva, um die überschießende Immunreaktion zu kontrollieren. Physiotherapie kann helfen, die Beweglichkeit zu erhalten und den Muskelschwund zu verlangsamen. Eine angepasste Ernährung mit leicht verdaulichem Futter ist wichtig, insbesondere wenn Schluckprobleme bestehen.
Welche Behandlung kann eine Tierklinik bei an Polymyositis erkrankten Hunden durchführen?
In einer Tierklinik kann die Polymyositis beim Hund gezielt diagnostiziert und behandelt werden. Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Erkrankung und kann folgende Maßnahmen umfassen:
- Medikamentöse Behandlung
- Kortikosteroide (z. B. Prednisolon) zur Hemmung der Entzündungsreaktion und Linderung der Symptome.
- Immunsuppressiva wie Azathioprin oder Cyclosporin, wenn Kortison allein nicht ausreicht.
- Schmerzmittel und Muskelrelaxantien zur Linderung von Schmerzen und Muskelkrämpfen.
- Flüssigkeitstherapie und Ernährungshilfe
- Falls der Hund durch Schluckstörungen nicht richtig fressen kann, kann eine infundierte Flüssigkeits- und Nährstoffversorgung notwendig sein.
- In schweren Fällen kann eine Ernährung per Magensonde erforderlich sein.
- Physiotherapie & Rehabilitation
- Professionelle Physiotherapie oder Hydrotherapie kann helfen, den Muskelabbau zu verlangsamen und die Beweglichkeit zu verbessern.
- Massagen und passive Bewegungsübungen unterstützen die Muskulatur und verhindern Versteifungen.
- Diagnostische Maßnahmen
- Muskelbiopsie zur Bestätigung der Diagnose.
- Blutuntersuchungen auf Muskelenzyme (z. B. Kreatinkinase), um den Schweregrad der Erkrankung zu bestimmen.
- Elektromyographie (EMG) zur Messung der Muskelaktivität und Identifikation betroffener Bereiche.
- Langfristige Betreuung & Kontrolle
- Regelmäßige Kontrollen des Muskelzustands und der Medikation sind notwendig.
- Bei Bedarf Anpassung der Therapie, um Nebenwirkungen zu minimieren und die Lebensqualität zu erhalten.