Zughundesport ist eine vielseitige und anspruchsvolle Hundesportart, bei der der Hund oder ein Hundeteam ein Gefährt oder eine Person zieht. Ursprünglich aus dem Schlittenhundesport entstanden, erfreut sich der Zughundesport heute auch abseits verschneiter Landschaften großer Beliebtheit. Ob mit Fahrrad, Scooter oder zu Fuß – diese Sportart fordert und fördert sowohl den Hund als auch den Halter.
Was ist Zughundesport?
Beim Zughundesport arbeitet der Hund aktiv mit seinem Menschen zusammen, indem er ein Gefährt zieht oder in der Bewegung unterstützt. Es gibt verschiedene Disziplinen:
- Canicross – Laufen mit Hund, wobei der Hund den Läufer mit einer flexiblen Leine unterstützt.
- Bikejöring – Der Hund zieht ein Fahrrad und sorgt für zusätzlichen Vortrieb.
- Scooterjöring – Ähnlich wie Bikejöring, nur mit einem speziellen Roller (Scooter).
- Schlittenhundesport – Klassischer Zughundesport mit einem oder mehreren Hunden, die einen Schlitten auf Schnee ziehen.
- Wagenrennen – Eine Alternative zum Schlittenhundesport ohne Schnee, bei der Teams von mehreren Hunden einen Trainingswagen ziehen.
Welche Hunderassen eignen sich für den Zughundesport?
Grundsätzlich können viele Hunde Zughundesport betreiben, solange sie gesund und kräftig genug sind. Besonders geeignet sind:
- Klassische Zughunderassen wie Siberian Huskys, Alaskan Malamutes oder Grönlandhunde.
- Mittelgroße bis große, sportliche Hunde wie Schäferhunde, Labrador Retriever oder Dalmatiner.
- Lauffreudige Mischlinge mit einer guten Kondition und Zugfreude.
Sehr kleine Hunde wie Jack Russel Terrier oder Rassen mit gesundheitlichen Einschränkungen (kurznasige Hunde wie z. B. Deutscher Boxer) sind weniger geeignet.
Wann mit Zughundesport anfangen?
Junge Hunde sollten erst nach Abschluss des Wachstums mit dem Training beginnen, um Gelenkprobleme zu vermeiden:
- Mittelgroße Hunde ab etwa 12 Monaten.
- Große Rassen ab 18 bis 24 Monaten.
Vor dem Start sollte der Hund eine gute Grundkondition haben und auf Kommandos hören, um Unfälle zu vermeiden.
Welche Ausrüstung wird für den Zughundesport benötigt?
Die richtige Ausrüstung ist entscheidend für Sicherheit und Komfort:
- Zuggeschirr – Ein gut gepolstertes Geschirr, das die Zugkraft optimal verteilt.
- Zugleine mit Ruckdämpfer – Um plötzliche Belastungen abzufangen.
- Bauchgurt (bei Canicross) – Für den Läufer, um den Hund sicher zu führen.
- Fahrrad- oder Scooterhalterung (bei Bikejöring/Scooterjöring) – Damit die Leine nicht in die Räder gerät.
- Schlitten oder Trainingswagen – Für den klassischen Zughundesport.
Wie groß ist die Verletzungsgefahr bei Zughundesport?
Bei richtiger Ausrüstung und einem gut durchdachten Training ist das Verletzungsrisiko gering. Mögliche Risiken sind:
- Überlastung des Hundes, wenn zu früh mit dem Sport begonnen oder zu intensiv trainiert wird.
- Gelenk- und Muskelverletzungen, besonders bei untrainierten Hunden.
- Stürze des Halters, wenn der Hund zu abrupt zieht oder Hindernisse übersehen werden.
Ein langsamer Trainingsaufbau, regelmäßige Pausen und tierärztliche Checks helfen, Verletzungen zu vermeiden.